Mein Schlaganfallartikel „Wie ein einziger Tag dein Leben verändert“ bzw. „Diagnose: Kleinhirninsult“ wurde in den letzten Tagen ziemlich oft geklickt. Das mag wohl daran liegen, dass einige Zeitungen (Danke an Woman, gofeminin, huffingtonpost, tz, RTL Aktuell, Guten Morgen Deutschland usw.) meinen Bericht geteilt haben. Ich war zuerst etwas erstaunt darüber, denn dieser Blogbeitrag ist doch schon wieder 3 Jahre her und der Schlaganfall an sich schon wieder unglaubliche 7 Jahre.

Vinkii:
Wenn ein einziger Tag dein Leben verändert – Oder auch 3 Jahre rauchfrei
Diagnose: Kleinhirninsult

Dennoch bin froh, dass meine Worte den Weg in die große weite Welt finden. Denn dieses Thema ist mir verdammt wichtig und es sollte einfach nicht unterschätzt werden was Pille und Rauchen anrichten können.

Im Zuge dessen habe ich auch viele Nachrichten bekommen. Nachrichten von Personen die dasselbe Schicksal mit mir teilen, die es aber deutlich schlimmer erwischt hat und immer noch an Folgeerscheinungen leiden.

Bis jetzt habe ich immer gesagt „Ich hatte Glück und leide unter keinen Folgeerscheinungen“.  Aber das ist eigentlich gelogen. Zeit für die Wahrheit!

Denn es gibt sie, die Nachwirkungen des Schlaganfalls.

Psychische Probleme

Tage und Wochen, ok Jahre, wir wollen ja ehrlich sein, hab ich unter Angstattacken gelitten. Eine schwere Zeit und umso schwerer es wieder in den Griff zu bekommen. Nur durch progressive Muskelentspannung und viel arbeiten an mir selbst habe ich diese Angst bezwingen können. Seit ca. einem Jahr bin ich nun „clean“. Ich habe gelernt, dass meine Angst nicht mein Leben bestimmen darf. Es ist ein Prozess, der nicht von einen Tag auf den anderen passiert, es braucht Geduld und viel Zeit.

Vinkii:
5 Tipps um eine Panikattacke zu vermeiden!

Das Auge spielt nicht mit

Es gibt allerdings auch einen körperlichen Schaden in Folge meines Schlaganfalles. Dieser wurde anfangs gar nicht diagnostiziert und erst letztes Jahr wurde festgestellt, dass der Grund dafür mein Kleinhirninsult ist.

Mein rechtes Auge ist nicht fähig etwas räumlich zu sehen bzw. wahrzunehmen. Das klingt im ersten Augenblick ziemlich komisch. Ist es auch.

Ich versuche es mal zu erklären ohne das eine medizinische Definition dabei rauskommt.

Im Fachjargon heißt das „Stereoskopisches Sehen“. Unter stereoskopischem Sehen versteht man die Fähigkeit, mit beiden Augen einen räumlichen Seheindruck zu gewinnen. Dafür sind beide funktionstüchtigen Augen erforderlich.

Das bedeutet jetzt aber nicht, dass ich dadurch eingeschränkt bin. Nein, ich kann weiterhin alles tun was ich gerne möchte. Auch wenn mein rechtes Auge nicht dazu fähig ist, räumlich zu sehen bzw. 3D zu sehen, kann es das linke noch. Dementsprechend behindert mich das absolut nicht. Ja ich kann auch 3D Filme sehen. :))

Es wäre mir persönlich auch nicht mal aufgefallen wenn ich beim räumlichen Sehen nicht „durchgefallen“ wäre.

Im Zuge meiner Recherche zu diesem Beitrag habe ich allerdings gelesen, dass der Verlust des räumlichen Sehens bei Schlaganfallpatienten öfter vorkommt.

Ich hab sie also doch, diese Folgeerscheinungen. Allerdings beeinflusse sie nicht mehr mein Leben oder sind so gering, dass sie mir im Alltag nicht auffallen.

Julia

10 Comments

  1. Ein Schlaganfall ist etwas, was mir auch ziemlich Angst macht. Ich wünsche dir viel Erfolg, dass du deine Ängste weiter bekämpfen kannst und keine weiteren Folgeerscheinungen auftreten. Gut, dass alles doch noch einigermaßen glimpflich ausging.
    Viele Grüße

    Juli

    • Danke für den lieben Kommentar! Meine Ängste habe ich Gott sei Dank schon überwinden können und ich versuche jetzt mein Wissen und meine Erfahrungen an Leute weiterzugeben die nicht so viel Glück hatten.

  2. Ich bewundere dich sehr! Mein Mann hatte vor 2 Jahren einen Schlaganfall mit 30 Jahren und auch wir kämpfen als kleine Familie noch zusammen mit den Folgeerscheinungen. Toll, dass du deine Angst so gut in den Griff bekommen hast! Wir wissen, wie schwer das ist!

  3. Ich finde es so schlimm und dennoch gehöre ich zu denen die die Pille immer noch weiter nehmen. Geraucht habe ich noch nie auser die Testphase in der Pubertät … Aber die Pille nehme ich seit nunmehr über 10 Jahren wobei darin drei Jahre Pause war für die Dreimonatsspritze. Nachdem aber eine Freundin seit Jahren erfolglos versucht Schwanger zu werden und dies auf die Dreimonatsspritze zurückzuführen ist habe nunauch ich vor gut zwei Jahren wieder zur Pille gewechselt. Ich habe mich weder mit dem einen, noch mit dem anderen je auseinandergesetzt, da mein Arzt meinte, dass meine Pille ja ohnehin eine sehr leichte ist und es dabei keine Nebenwirkungen geben dürfte. Ich habe diese ganz gut vertragen und hatte nie solche Probleme mit der Pille wie meine Freundinnen, deshalb hab ich das ganze nicht hinterfragt. Aber immer mehr liest man darüber wie schädlich die Pille eigentlich ist und ich bin mir nicht sicher ob Du in den Stories die letzten Tage etwas dazu gesagt hast oder eine andere Bloggerin, jedenfalls waren da die Worte darin: „Für jeden Mann ist es wohl klar dass die Frau selbstverständlich die Pille nimmt, dass sie sich jeden Tag Hormone zuführt ist dabei ja völlich egal“. Diese Worte haben mich doch etwas stutzig gemacht. Da ich morgen ohnehin einen Termin habe zur Kontrolle werde ich da mal genauer nachfragen.

    • Ich finde es gut, wenn du darüber nachdenkst. Mir ist wichtig, dass ich es ins Bewusstsein rufe. Ich bin absolut nicht der Typ der irgendwas schlecht redet, jeder muss sich selbst dafür entscheiden.

      Übrigens, meine Pille war auch ganz leicht. – Dennoch hat es mich betroffen. 🙂

  4. Danke das du deine Erfahrungen teilst! Das führt zur Aufklärung und auch betroffenen hilft es sicher sehr. Ist ja gut das du soweit ohne große Einschränkungen geblieben bist, das mit der angst kann ich gut verstehen, Klasse das du sie soweit überwunden und im Griff hast.

    Lg aus Norwegen
    Ina

    http://www.mitkindimrucksack.de

  5. Hallo Julia,
    ich finde es super, dass du dieses private Thema mit uns teilst! Dass du nun nicht mehr in 3D sehen kannst, ist natürlich blöd, aber da es dich wie du sagst in deinem Alltag einschränkt, kann man glücklich darüber sein, dass du nicht gelähmt bist! Danke für diesen tollen Beitrag 🙂

    Liebst Linni
    http://www.linnisleben.de

  6. Himmelsblume Reply

    Den Bericht habe ich auch gelesen und fand das recht spannend und gleichzeitg erschreckend. Mit dem Thema selber habe ich mich noch nie beschäftigt, habe es aber durch meine Tante selber miterleben müssen, die danach nicht mehr reden konnte…

    Alles liebe

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