Mein Schlaganfallartikel „Wie ein einziger Tag dein Leben verändert“ bzw. „Diagnose: Kleinhirninsult“ wurde in den letzten Tagen ziemlich oft geklickt. Das mag wohl daran liegen, dass einige Zeitungen (Danke an Woman, gofeminin, huffingtonpost, tz, RTL Aktuell, Guten Morgen Deutschland usw.) meinen Bericht geteilt haben. Ich war zuerst etwas erstaunt darüber, denn dieser Blogbeitrag ist doch schon wieder 2 Jahre her und der Schlaganfall an sich schon wieder unglaubliche 6 Jahre.

Dennoch bin froh, dass meine Worte den Weg in die große weite Welt finden. Denn dieses Thema ist mir verdammt wichtig und es sollte einfach nicht unterschätzt werden was Pille und Rauchen anrichten können.

Im Zuge dessen habe ich auch viele Nachrichten bekommen. Nachrichten von Personen die dasselbe Schicksal mit mir teilen, die es aber deutlich schlimmer erwischt hat und immer noch an Folgeerscheinungen leiden.

Bis jetzt habe ich immer gesagt „Ich hatte Glück und leide unter keinen Folgeerscheinungen“.  Aber das ist eigentlich gelogen. Zeit für die Wahrheit!

Denn es gibt sie, die Nachwirkungen des Schlaganfalls.

Psychische Probleme

Tage und Wochen, ok Jahre, wir wollen ja ehrlich sein, hab ich unter Angstattacken gelitten. Eine schwere Zeit und umso schwerer es wieder in den Griff zu bekommen. Nur durch progressive Muskelentspannung und viel arbeiten an mir selbst habe ich diese Angst bezwingen können. Seit ca. einem Jahr bin ich nun „clean“. Ich habe gelernt, dass meine Angst nicht mein Leben bestimmen darf. Es ist ein Prozess, der nicht von einen Tag auf den anderen passiert, es braucht Geduld und viel Zeit.

Das Auge spielt nicht mit

Es gibt allerdings auch einen körperlichen Schaden in Folge meines Schlaganfalles. Dieser wurde anfangs gar nicht diagnostiziert und erst letztes Jahr wurde festgestellt, dass der Grund dafür mein Kleinhirninsult ist.

Mein rechtes Auge ist nicht fähig etwas räumlich zu sehen bzw. wahrzunehmen. Das klingt im ersten Augenblick ziemlich komisch. Ist es auch.

Ich versuche es mal zu erklären ohne das eine medizinische Definition dabei rauskommt.

Im Fachjargon heißt das „Stereoskopisches Sehen“. Unter stereoskopischem Sehen versteht man die Fähigkeit, mit beiden Augen einen räumlichen Seheindruck zu gewinnen. Dafür sind beide funktionstüchtigen Augen erforderlich.

Das bedeutet jetzt aber nicht, dass ich dadurch eingeschränkt bin. Nein, ich kann weiterhin alles tun was ich gerne möchte. Auch wenn mein rechtes Auge nicht dazu fähig ist, räumlich zu sehen bzw. 3D zu sehen, kann es das linke noch. Dementsprechend behindert mich das absolut nicht. Ja ich kann auch 3D Filme sehen. :))

Es wäre mir persönlich auch nicht mal aufgefallen wenn ich beim räumlichen Sehen nicht „durchgefallen“ wäre.

Im Zuge meiner Recherche zu diesem Beitrag habe ich allerdings gelesen, dass der Verlust des räumlichen Sehens bei Schlaganfallpatienten öfter vorkommt.

Ich hab sie also doch, diese Folgeerscheinungen. Allerdings beeinflusse sie nicht mehr mein Leben oder sind so gering, dass sie mir im Alltag nicht auffallen.

Julia

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